Zu den großen Herausforderungen der heutigen Umweltpolitik gehören die globale Entwicklungen, welche die Grenzen der Belastbarkeit der Erde überschreiten, oder in naher Zukunft zu überschreiten drohen. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die dauerhaft für Mensch und Natur tragfähig ist: ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Als nachhaltig gilt eine Entwicklung, wenn sie es auch für künftige Generationen ermöglicht, die eigenen Bedürfnisse befriedigen und einen eigenen Lebensstil wählen zu können. Dies setzt einen nachhaltigeren, reduzierten Umgang mit den Ressourcen der Natur voraus. Sowie einen solidarischen Umgang mit Menschen generell, vor allem aber wenn es um ihre Arbeitsbedingungen geht. Nachhaltigkeit bedeutet somit Zukunftsfähigkeit.
Concept
M a t e r i a l i e n
Verwendet werden Second-Hand Materialien (Wolle und Stoff), GOTS- und Biozertifizierte Stoffe und Wolle. Zum größten Teil werden Natürliche Materialien verwendet, wenn es Second-Hand Materialien Sind, wird der Praktikabilität den Vorzug gegeben und auch Synthetik verwendet.
O b e r f l ä c h e
Oberflächenbearbeitungen sind Digitaldruck, Pflanzenfärben, Sticken, Stricken und Knüpfen.
F o r m
Angelehnt an die geraden und eckigen Formen der Architektur kommen in den Textilien hauptsächlich gerade Schnitte vor. Schnitte wurden von vorhandenen Textilien übernommen, welche sich durch häufiges tragen in ihrer Passform bewährt haben. Hier findet das Prinzip des Ankommens seinen Ausdruck. Extravagante, „neue“ oft nicht tragbare Schnitte sind hier nicht gewollt. Etwas dass schon gut ist muss und kann man mitunter nicht noch weiter verbessern und ist so genug.
K o m b i n i e r b a r k e i t
Die Kleidungsstücke der Kollektion sind sowohl außerhalb, als auch in der Wohnung tragbar. Sie sind untereinander beliebig kombinierbar. Sie sind so konzipiert, dass man mehrere Oberteile schichten und kombinieren kann. Die meisten Oberteile sind so zu allen Jahreszeiten tragbar. Im Laufe des Arbeitsprozesses ergab es sich, dass Kleidungsstücke entstanden, welche sich auch wunderbar für das Arbeiten im Home-Office eignen. Die Mischung aus weiten und einigen enger anliegenden Teilen, kombiniert mit den schlichten, praktischen Schnitten garantiert so die Bequemlichkeit den ganzen Tag über.
Farbkonzept
Die Basisfarben setzen sich zusammen aus weiß bis creme, grau und schwarz. Die Kontrastfarben setzen sich zusammen aus einem kräftigen gelb, ein dezentes olivgrün, ein Rost/Mauve rot und einem warmen und einem kühlem braun. Die ausgewählten Farben kreieren in Kombination eine gemütliche, sichere und angenehme Stimmung. Man fühlt sich wohl in diesem Raum, mit diesen Farben. Man mag gerne bleiben und verweilen. Durch das Erdige in den Kontrastfarben bekommen die Farben diese Stimmung. Die Farben stellen eine Mischung aus unaufgeregten, erdenden beruhigenden und anregenden Farben dar.
Die Farben weiß bis creme ergeben sich aus ungefärbten Stoffen und Wolle und kommen in mehreren Schattierungen vor. Da Stoffe und Garne ungefärbt am nachhaltigsten sind, weil sie weniger Chemikalische Farbstoffe enthalten, kommen sie dementsprechend oft in der Kollektion vor. Gefärbt werden sie Stellenweise mit Pflanzenfarben.
Aufgrund der unterschiedlichen Färbeverfahren (Digitaldruck, Pigmentdruck, Reaktivdruck,
Pflanzenfärben, Farbe des Garns) ist keine exakte Übereinstimmung der oben genannten Farbtöne möglich. Gerade in den Kontrastfarben ergeben sich so einige Abweichungen. Je nach Druck Verfahren wird bspw. grün verwaschen oder klar, heller oder dunkler.
Keywords
Der Begriff natürlich bezieht sich auf die Materialwelt. Es werden überwiegend natürliche Materialien verwendet. Außerdem findet das natürliche in den Print Designs seinen Ausdruck. Die Motive sind hauptsächlich aus der Natur abgeleitet. Reduziert-einfach bedeutet hier zu schauen wo es keine Verbesserung bedarf, oder wo es nicht ein komplett neu braucht. Reduziert, einfach wird in der Kollektion auch die Form und der Schnitt sein, da der Fokus auf den Oberflächen Bearbeitungen liegt. Außerdem soll es eine vielseitig tragbare und vor allem bequeme Kollektion sein, welche keiner aufwendigen Schnitte bedarf.
Pflanzenfärben
Printdesign
Die Printentwicklungen sind inspiriert von architektonischen und naturalen (Bäume und Rinde) Strukturen. Der Stil der Zeichnungen ist naturalistisch, realistisch bis abstrakt. Ausgangspunkt für die Printentwicklung sind Fotografien und Zeichnungen von Details der Architektur (Häuserstrukturen) und der Natur. Im Bereich der Natur finden Darstellungen von Bäumen und deren Rinde, Blätter und Samen Verwendung. Rinde und Bäume symbolisieren die von der Natur hervorgebrachte organische Architektur.
Organische Muster der Natur vermischen sich mit grafisch eckigen Formen der Architektur. Sie ergänzen sich und sorgen so für Ausgeglichenheit. Alles befindet sich immer und zu jeder Zeit in einem Spannungsfeld zwischen Ordnung und Chaos. Ständig findet ein Versuch des Ausgleichs statt. Dies wird in der Kombination von organischen und eckigen Formen dargestellt.
So ergibt sich der Begriff: graforganisch = die Verbindung von organischen- und grafisch-geometrischen Strukturen.
Strickdesign: Hand & Maschine
Die Strickdesigns sind in ihrer Form und Struktur an die architekturalen Strukturen angelehnt. Auch hier führt Reduzierung und ein „Genug“ zu klaren und angenehm ruhigem Aussehen. Die ganze Farbpalette kommt hier zum Einsatz. Die Farben grün, rot und braun symbolisieren Bäume und Rinde, das schwarze Garn die Architektur. Auch in der Kombination von Handstrick und Maschinenstrick findet die Spannung zwischen Mensch und Natur Ausdruck. Garne werden sowohl meliert, als auch monochrom angewendet. Die Melange findet sich vor allem in der Natur wieder, die Monochromie einer Farbe vor allem in der Architektur. Verwendet werden Techniken wie abwechselndes rechts-links stricken, Nadelzug, Lochmuster. Die so entstehenden Strukturen sind angelehnt an die Optik und Haptik von Haus- und Hochhausoberflächen. Das Aufeinandertreffen von minimal, manchmal maximal farblichen und materiellen Unterschieden kreiert eine faszinierende Stimmung.







































